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OptiPrax

Modellversuch

Die Fachakademie für Sozialpädagogik Maria Stern in Nördlingen beteiligt sich seit September 2016 am Modellversuch „OptiPrax“ – Erzieher­ausbildung mit optimierten Praxis­phasen (Variante 2) für Abiturient/innen.

Die verkürzte dreijährige Ausbildung zum/r Erzieher/in beinhaltet theorie- und praxis­bezogene Ausbildungsphasen.

Adressat/innen

Das Ausbildungsangebot richtet sich an:

  • Berufstätige mit Abitur/ Fachabitur
  • Abiturient/innen in der 12./13. Klasse des Gymnasiums
  • Fachabiturient/innen in der letzten FOS-Klasse

Ausbildungs-
struktur

Die Ausbildung erfolgt dual orientiert an den beiden Lernorten Praxis und Fachakademie
(2 Unterrichtstage/ 3 Tage Praxis).

Die Teilnehmer/innen am Modellversuch lernen während der dreijährigen Ausbildung mindestens drei Arbeitsfelder kennen und absolvieren zudem ein zweiwöchiges Prak­tikum an einer Schule. Vor Ausbildungsbeginn ist ein sechs­wöchiges Prak­tikum verpflichtend. Soziale Praktika können anerkannt werden.

Sie schließen einen Vertrag mit der Fachakademie und einen weiteren Vertrag mit der Praxisstelle ab.

Die Gesamtverantwortung für die Ausbildung inkl. Prüfungen liegt bei der FakS. Sie schließt Koopera­tionsverträge mit den entsprechenden Praxis­stellen ab. Praxisstellen mit den entsprechenden Rahmen­bedingungen können von den Be­werber/innen vorgeschlagen und ausgesucht werden!

Vorzüge

  • Für Abiturient/innen bietet sich die Chance, soziale Kompetenzen praxis­nah und theorie­begleitet zu erkunden, finanziell eigenständiger zu werden, die eigene Persönlichkeit weiterzu­entwickeln.
  • Sie können nach 3 Jahren als pädagogische Fachkraft (Erzieherin) in unterschiedlichsten Arbeitsfeldern (Krippe, Kindergarten, Hort, Ganz­tagsschulen, Sonderpädagogischen Ein­richtungen, Kinder- und Jugendhilfe-Einrichtungen) tätig sein und aufgrund der generalistischen Ausbildung die Arbeitsfelder wechseln.
  • Sie können nach der Erzieher/innen-Ausbildung verkürzt den BA-Studiengang „Bildung und Erziehung in der Kindheit“ in München als Vollzeitstudiengang oder berufs­begleitend absolvieren (z. B. Hochschule für angewandte Wissenschaften in München-Pasing/ Katholische Stiftungsfachhochschule in München). Der Einstieg erfolgt im 3. oder 4. Semester.

  • Danach ist die Übernahme von Leitungs­positionen im sozialen Bereich möglich oder ggf. die Tätigkeit nach einem weiterführenden BA- und MA-Studium als Lehrkraft an berufs­bildenden Schulen.
  • Erzieher/innen mit Abitur können sich ihre mehr­dimensionale Ausbildung auf Studiengänge ihrer Wahl anrechnen lassen.
  • Der gegenwärtige Fachkräftemangel garantiert Arbeitsplätze.
  • Im Gegensatz zum Lehramtsstudium erfolgt die Ausbildung praxisorientiert, abwechslungsreich und persönlichkeitsbezogen.

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Vergütung

Die monatliche Vergütung beträgt:

1. Jahr € 853,26

2. Jahr € 903,20

3. Jahr € 949,02

Erste Erfahrungen mit der Ausbildungsform „Optimierte Praxisphasen“

Ein Jahr OptiPrax

Karl-Werner Stehmann

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Vor einem guten Jahr war bekannt, dass die FakS Nördlingen am Modellversuch „OptiPrax – Erzieher/innen-Ausbildung mit optimierten Praxisphasen“ teilnehmen wird. Unter den Lehr­kräften, die in mehreren OptiPrax-Konferenzen den ersten Durchgang planten, machte sich Spannung, Neugierde und Pioniergeist breit. Auch wenn nahezu alle im Modellversuch eingesetzten Lehrkräfte langjährige Erfahrung in der Ausbildung von Erziehern und Erzieherinnen an der FakS haben und sich fachlich sicher fühlen, war das Interesse groß: Welche Unterschiede müssen sich in der Unterrichtsgestaltung zeigen? Welche Chancen ergeben sich aus einer erhöhten Theorie-Praxis-Vernetzung, die darin besteht, dass die Auszubildenden nach zwei Tagen Unterricht drei Tage in ihrer Praxisstelle tätig sind?

Eingeführt wurde der Modellversuch in drei Varianten. Begründet wurde die Einführung damit, dass neue Zielgruppen für den Erzieher/innen-Beruf erschlossen werden sollen und die Attraktivität der Ausbildung gesteigert wird. Betont wurde dabei immer wieder, dass es sich um eine alternative Ausbildungsform handeln soll, nicht um einen Ersatz für die bestehende.

Die FakS Nördlingen hat sich für eine Teilnahme an der Variante II entschieden mit der Zugangs­voraussetzung (Fach-)Abitur – nicht zuletzt

aufgrund der positiven Erfahrungen mit der zunehmenden Zahl an Abiturienten, die die Ausbildung bisher in vier anstatt jetzt nur noch drei Jahren durchlaufen haben.

Die ersten Erfahrungen dieses Schuljahres an der FakS waren – wie später in einer durch das Kultusministerium initiierten Fachtagung zum Thema „OptiPrax“ herausgearbeitet wurde – relativ ähnlich zu denen anderer Fachakademien; sie deckten sich zudem mit den Erfahrungen von Fachschulen aus Baden-Württemberg, in denen seit einigen Jahren nach dem „PIA“-Modell unterrichtet wird. Die Auszubildenden sind hoch interessiert sowie motiviert und leistungs­orientiert. Ihr Sinn für komplexe Zusammenhänge ist hoch und ihr Interesse äußert sich in dezidierten Fragestellungen im Unterricht.
Die Hoffnung, eine neue Zielgruppe zu er­schließen, hat sich erfüllt. Die Entscheidung für diese Ausbildungsform geschah oft bewusst, was sich wiederum günstig auf die Unterrichts­atmosphäre auswirkt. Weil sich der Personenkreis gerne mit Inhalten auseinandersetzt, steigt im Unterricht die Lust am Lernen.

In diesem Zusammenhang gewinnt die Aus­bildungs­partnerschaft der FakS mit den Praxis­einrichtungen bzw. den Praxisanleiter/innen an Bedeutung, die sich z. B. darin äußert, dass diese in groben Zügen über die anstehenden Unter­richts­themen informiert sind.

Die Verknüpfung von Unterrichtsinhalten des kompetenz- und lernfeldorientierten Lehrplanes der FakS wurde in den Planungskonferenzen grundgelegt: Inhalte des jeweiligen Lernfeldes

spiegeln sich in den von den Auszubildenden anzufertigenden sogenannten (Praxis-)Berichten wider. Darüber hinaus gehende Verknüpfungen ergeben sich aus dem Unterrichtsgeschehen – eine weitere Erfahrung: Theoretische Inhalte bekommen einen anderen Stellenwert, wenn sie zeitnah in der Praxis beobachtet oder angewendet werden können. Auch in dieser Hinsicht haben v. a. die Betreuungslehrkräfte positive Rück­meldungen erhalten, wie sie aus der bisherigen Ausbildungsform seltener bekannt sind.

Ein hohes Verantwortungsbewusstsein zeigen die Auszubildenden im Interesse an der eigenen Ausbildung, das sich in einer hohen Bereitschaft zur Mitgestaltung ausdrückt. In einem Modellversuch treten naturgemäß Fragestellungen oft zum ersten Mal auf. Standardisierte Antworten oder Vorgehensweisen fehlen. Selbstverständlich ist es den Klassenmitgliedern bewusst, dass sie Auszubildende in einem Modell­versuch sind. Überraschend positiv waren die Weitsicht, mit der überwiegend organisatorische Fragen gestellt wurden, sowie ein Verständnis dafür, dass nicht für alle Anliegen eine Antwort zeitnah gegeben werden konnte. Zumal es auf einige Fragen selbst vom KM noch keine Antworten gibt – dort wurde immer wieder auf die Aktualisierung der Fach­akademie-Ordnung verwiesen.

Mit dem Bewusstsein, das Schuljahr im OptiPrax auf gute Beine gestellt zu haben, startet die FakS im kommenden Jahr um einige Erfahrungen reicher in eine zweite OptiPrax-Runde, in der leichte Anpassungen zur Optimierung von OptiPrax ins Auge gefasst werden.